Pressemitteilung Thieshope, 26. Februar 2014

Forum Pro Lebensqualität e.V. schlägt als Lösung für den Konflikt Landschaftschutz vs. Erneuerbare Energien im Landschaftschutzgebiet Garlstorfer Wald den Erstellung einer Freiland-Photovoltaikanlage auf den geplanten Gewerbeflächen zwischen Tangendorf und Thieshope vor.

 

Seit einigen Monaten steht der Landkreis Harburg, die GemeindeToppenstedt und eine Entwicklergruppe um den Kreistagsabgeordneten Willy Isermann seitens der Anwohner und der Naturschutzverbände in der Kritik für die Idee, im Landschaftschutzgebiet „Garlstorfer Wald“ zwei Windpenergieparks entwickeln zu wollen und dafür die Flächen aus dem Landschaftschutzgebiet zu entlassen.

Es ist unser aller Ziel, die Energiewende erfolgreich umzusetzen. Verschiedentlich wurde seitens der Bürger schon nach Alternativen gefragt. Eine Alternative ist die Photovoltaik. Gemäß Energiekonzept des Landkreises Harburg aus dem Jahre 2012 existiert im Landkreis Harburg ein ungenutztes Potential aus Photovoltaik von 210.824 MWh/Jahr (mittleres Szenario B). Nur 4% des Gesamtpotentials nach Szenario B würden heute im Landkreis erzeugt.

In der Gemeinde Toppenstedt liegt aufgrund von Planungsproblemen seit dem Jahr 2007 eine Gewerbegebietsfläche von 43 Ha brach. Grund hierfür sind neben umweltschutzrechtlichen Problemen (Logistik mit Tankstellen im Trinkwasserschutzgebiet, Regenwasserentsorgung in ein FFH-Gebiet) und Widerständen in der Bevölkerung vor allem eine sehr problematische Verkehrsanbindung. Für die Planung der Zufahrt inklusive Umgehungstrasse um Thieshope hat der Landkreis Harburg im Juni 2009 500.000.- Euro zur Verfügung gestellt. Passiert ist nichts und wird aufgrund der Vielzahl von Planungsengpässen (der ursprüngliche Investor ist inzwischen abgesprungen) auf absehbare Zeit nichts. Problematisch aus Investorensicht ist hier auch der Standort in direkter Konkurrenz zum Gewerbegebiet in Winsen/Luhe. Und das Logistik nicht immer nur erfolgreich angesiedelt werden kann kann man heute in Mienenbüttel beobachten.

 

Um nun der Gemeinde Toppenstedt eine Quelle für Gemeindesteuern zu erschliessen, gleichzeitig im Trinkwasserschutzgebiet unproblematisches Gewerbe anzusiedeln und die FFH-Problematik zu beheben schlagen wir vor, auf den Flächen des geplanten Gewerbegebietes Tangendorf an der A7 eine Freilandphotovoltaikanlage zu planen und zu errichten. Neben den zuvor erwähnten wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen bietet diese Anlage des weiteren folgende Vorteile

  • Einsparung einer Umgehungstrasse (mindestens 3 Mio Euro Steuergelder)
  • Einsparung einer Erschliessung des Gewerbegebietes (innere Erschliessung - mindestens 5 Mio Euro)
  • Kein Bedarf der Windkraftstandorte Toppenstedt und Gödenstorf für die Produktion von erneuerbaren Energien
  • Bei Vollausbau rechnerisch ausreichend erneuerbare Energie um die Samtgemeinde Salzhausen von der klassischen Stromerzeugung unabhängig zu machen.

Die Fläche ist eine deutliche Südhanglage. Die Fläche selbst liegt an der A7 und ist im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche ausgewiesen, ein Bebauungsplan existiert noch nicht. Somit wäre an dem Standort eine Freilandphotovoltaikanlage raumordnerisch zulässig. Wir fordern den Landkreis Harburg und die gemeinde Toppenstedt auf, die Energiewende ökologisch zu betreiben und eine Freilandphotovoltaikanlage als Alternative für eine Energieproduktion zweier Windkraftparks in Kerngebieten eines Landschaftschutzgebietes vorzuziehen.